Brightin Star Fisheye 10mm f5.6 PRO für Fujifilm Test

Brightin Star Fisheye 10mm f5.6 PRO für Fujifilm – Erfahrungsbericht

Das Brightin Star Fisheye 10mm f5.6 PRO ist eines dieser Objektive, die man nicht wegen technischer Perfektion kauft. Sondern weil sie neugierig machen. Winzig, extrem stylisch und mit einem Preis von rund 120 Dollar klar im Bereich „Spaßlinse“ angesiedelt. Genau deshalb wollte ich es ausprobieren.

Der Hersteller hinter dem Objektiv ist Brightin Star. In Deutschland bislang kaum vertreten, international aber bereits mit einer ganzen Reihe auffälliger manueller Objektive unterwegs. Was mir bei Brightin Star sofort aufgefallen ist: das Design. Viele Objektive sehen einfach verdammt gut aus und heben sich klar vom typischen Budget-Look ab.

Über die Feiertage habe ich mir drei Objektive direkt dort bestellt, einfach zum Ausprobieren. Den Anfang macht das kleinste davon. Das 10mm Fisheye f5.6 in der PRO-Version.

Verarbeitung und Design

In echt wirkt das Objektiv noch kleiner und hochwertiger als auf den Produktfotos. Komplett aus Metall gefertigt, sauber verarbeitet und mit überraschend vielen Bedienelementen für diese Größe.

Brightin Star Fisheye 10mm f5.6 PRO für Fujifilm Erfahrungsbericht

Der Fokusring läuft sehr geschmeidig und wird durch einen kleinen Hebel unterstützt, was gerade bei Handschuhen oder schnellen Bewegungen draußen ein echter Vorteil ist. Trotz der kompakten Bauform hat Brightin Star es geschafft, einen eigenen Blendenring unterzubringen. Einstellbar von f5.6 bis f22.

Oben sitzt ein silberner Metallrahmen mit einer Schärfebereichsskala. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht ganz sicher, für welche Blende diese Skala gedacht ist. Am unteren Rand gibt es dieselbe Skala noch einmal in Fuß und Zoll. Für einen internationalen Markt eine clevere Lösung.

Bedienung im Alltag

Das Objektiv ist komplett manuell. Klingt zunächst nach Einschränkung, ist hier aber kaum ein Problem. Bei 10mm Brennweite und f5.6 ist der Schärfebereich extrem groß. Außer im Nahbereich ist Scharfstellen fast trivial.

Gerade für spontane Einsätze oder Street-artige Experimente funktioniert das überraschend gut. Fokus setzen, Blende wählen, fertig.

Bildwirkung und Praxis

Fisheye ist definitiv nicht für jeden. Man muss nah ran, sehr nah. Teilweise passt zwischen Nase und Frontlinse kaum eine Handbreit. Wer damit kein Problem hat, bekommt genau das, was man erwartet. Extrem viel Bildwinkel und starke Verzerrung.

Fisheye 10mm Brightin star

Als Spaßlinse funktioniert das hervorragend. Für klassische Motive natürlich weniger, aber das ist nicht der Anspruch dieses Objektivs.

10mm Fisheye Beispiel
10mm Fisheye Beispielfoto

Vergleich mit dem 7,5mm f2.8 Fisheye von 7Artisans

Ich habe bereits das 7,5mm f2.8 Fisheye von TTartisan im Einsatz und war ehrlich gesagt überrascht, wie gering der Unterschied im Bildwinkel ausfällt. Rein rechnerisch sollten es 2,5mm sein, in der Praxis sieht man davon erstaunlich wenig.

Das 7Artisans ist dafür deutlich größer und schwerer, bietet aber eine wesentlich kürzere Naheinstellgrenze und mehr Freistellung. Für Nahaufnahmen und extreme Perspektiven ist es klar im Vorteil.

Wer dagegen ein möglichst kleines, leichtes und unauffälliges Fisheye sucht, ist beim Brightin Star besser aufgehoben.

Bildqualität

Meine Erwartungen an die optische Leistung waren eher moderat. Ein winziges Fisheye mit Offenblende f5.6 setzt hier klare Grenzen. Umso positiver war ich überrascht.

Die Schärfe in der Bildmitte ist absolut brauchbar. Abblenden auf f8 bringt noch einen kleinen Gewinn, setzt aber ausreichend Licht voraus. Die Ränder und Ecken fallen deutlich ab und bleiben auch abgeblendet sichtbar weicher. Für Fisheye-Aufnahmen ist das aus meiner Sicht aber zweitrangig.

brightin Star Fisheye 10mm f.56 PRO Fujifilm Erfahrungen

Wichtiger ist, im Randbereich auf unbeabsichtigte Elemente zu achten. Finger, Taschen oder Füße tauchen schneller im Bild auf, als man denkt.

Lichtbedarf und ISO

Der größte Nachteil des Objektivs ist ganz klar die Lichtstärke. f5.6 in Kombination mit Winter und Bewölkung bedeutet schnell hohe ISO-Werte. Selbst draußen musste ich bei etwas Action im Schnee bis ISO 1600 gehen, um ausreichend kurze Belichtungszeiten zu halten.

Im Sommer oder bei Sonne dürfte das deutlich entspannter aussehen. Für Available-Light-Fotografie bei schlechtem Wetter ist das Objektiv jedoch nur eingeschränkt geeignet.

Farbfehler und sonstige Auffälligkeiten

Aufgrund der Lichtbedingungen konnte ich chromatische Aberrationen nicht systematisch testen. In meinem Material ist mir aber nichts Negatives aufgefallen. Keine auffälligen Farbsäume, kein extremes Verhalten.

Wichtig: PRO-Version beachten

Ganz entscheidend. Das hier ist die PRO-Version des Objektivs. Es gibt auch eine normale Variante, die optisch deutlich schlichter ausfällt. Wer sich für das Objektiv interessiert, sollte beim Kauf unbedingt darauf achten, die PRO-Version zu wählen.

Fazit: Brightin Star Fisheye 10mm f5.6 PRO Erfahrungen

Das Brightin Star Fisheye 10mm f5.6 PRO ist keine Linse für jeden Tag. Es ist kein technischer Überflieger und will es auch nicht sein. Für rund 120 Dollar bekommt man ein extrem kompaktes, sehr gut verarbeitetes Fisheye, das genau das tut, was es soll.

Es macht Spaß. Und das macht es sehr gut.

Ich werde das Objektiv definitiv öfter einpacken und habe das Gefühl, dass es an einer kleineren Fujifilm-Kamera sogar noch besser zur Geltung kommt. Zum Beispiel an einer X-E5 oder X-M5. An meiner X-T4 wirkt es fast schon etwas verloren.

Wer Lust auf Experimente hat, Fisheye mag und eine kompakte Spaßlinse sucht, findet hier ein ungewöhnliches, aber ehrliches Objektiv.

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