Landschaftsfotografie bis 1000€

Landschaftsfotografie für 1000 Euro: Diese 4 Kamera-Setups würde ich heute kaufen

Du möchtest mit der Landschaftsfotografie anfangen und hast ungefähr 1.000 Euro für Kamera und Objektive zur Verfügung. Was würde ich heute kaufen?

Diese Frage höre ich in letzter Zeit tatsächlich ziemlich oft. Denn mittlerweile merke ich, dass vielen das Smartphone nicht mehr reicht, um Fotos zu machen. Es wird sich wieder nach einer richtigen Kamera gesehnt, doch das Budget ist, gerade für Einsteiger, meist eher gering. Zum Glück braucht es für gute Landschaftsfotos meiner Meinung nach weder die neueste Kamera noch 5.000 Euro auf dem Konto. Gerade auf dem Gebrauchtmarkt bekommt man inzwischen Kameras und Objektive, die vor einigen Jahren noch zur professionellen Oberklasse gehörten, für erstaunlich wenig Geld.

Ich teste beruflich und privat regelmäßig aktuelle Kameras und Objektive, fotografiere selbst aber genauso gerne mit älterem Equipment. Wenn ich heute bei null anfangen müsste, würde ich deshalb nicht einfach die neueste Einsteigerkamera kaufen. Ich würde versuchen, für meine 1.000 Euro möglichst viel fotografische Möglichkeit zu bekommen.

Welche Kamera braucht man für Landschaftsfotografie?

Bei der Auswahl habe ich weniger auf Autofokus, Serienbildgeschwindigkeit oder Video geachtet. Für Landschaftsfotografie sind für mich andere Dinge wichtiger.

Eine gute Bildqualität und ausreichend Dynamikumfang stehen natürlich weit oben. Gleichzeitig möchte ich mindestens eine vernünftige Weitwinkeloption haben. 24 mm entsprechend Kleinbild halte ich für einen sehr guten Ausgangspunkt, noch mehr Weitwinkel eröffnet aber zusätzliche Möglichkeiten.

Genauso wichtig ist mir die andere Richtung. Landschaftsfotografie bedeutet für mich nicht automatisch Ultraweitwinkel. Ich fotografiere überraschend häufig mit 50, 85 oder noch längeren Brennweiten. Ein Teleobjektiv hilft dabei, einzelne Bereiche einer Landschaft herauszugreifen und optisch dichter zusammenzubringen.

Deshalb habe ich versucht, nicht einfach vier möglichst billige Kameras herauszusuchen, sondern vier komplette Systeme mit unterschiedlichen Stärken.

Die Gebrauchtpreise schwanken natürlich. Für diesen Vergleich rechne ich mit den jeweils günstigen Angeboten bei MPB und Calumet zum Zeitpunkt der Erstellung (2026). Da nicht jedes gebrauchte Exemplar jeden Tag zum gleichen Preis verfügbar ist, gönne ich mir außerdem etwa fünf Prozent Spielraum. Ein Setup darf also im Zweifel auch ungefähr 1.050 Euro kosten.

Meine vier Kategorien

Ich würde die Entscheidung in vier unterschiedliche Richtungen aufteilen:

  1. Maximale Leistung fürs kleinste Geld: Nikon D750 als klassische Vollformat-DSLR
  2. Fujifilm Feeling und kompaktes System: Fujifilm X-T2
  3. Maximale Auflösung: Sony A7R II mit 42 Megapixeln
  4. Möglichst leicht und wetterfest: OM System OM-5

Alle vier Systeme würde ich auch heute noch problemlos für ernsthafte Landschaftsfotografie einsetzen.

1. Nikon D750: Sehr viel Vollformat für rund 1.000 Euro

Nikon D750 für Landschaftsfotografie

Wenn Gebrauchtkauf für dich kein Problem ist und Größe sowie Gewicht eher zweitrangig sind, finde ich die Nikon D750 immer noch extrem interessant.

Die Kamera hat einen 24-Megapixel-Vollformatsensor mit sehr guter Bildqualität und Dynamik. Gegenüber der noch günstigeren D610 hat sie für mich einen entscheidenden Vorteil: das klappbare Display. Gerade wenn die Kamera niedrig auf dem Stativ steht, möchte ich darauf bei Landschaftsfotografie nicht mehr verzichten.

Aktuell starten gebrauchte D750 bei MPB oder Calumet bei ungefähr 350 Euro.

Preise checken:

Nikon 14-24mm f/2.8 als Hauptobjektiv

Dadurch, das der Kamera Body relativ günstig zu haben ist, können wir beim Objekti enen großen Teil des Budgets investieren.

Das Nikon AF-S 14-24mm f/2.8G war einmal eines der wichtigsten professionellen Ultraweitwinkelzooms überhaupt. Heute bekommt man es teilweise ab etwa 424 Euro gebraucht.

Damit habe ich nicht nur meine für Landschaft wichtigen 24 mm, sondern kann bei Bedarf bis auf extreme 14 mm gehen. Dazu kommt die durchgehende Lichtstärke von f/2.8, die das Objektiv auch für Nachtlandschaften interessant macht.

Nikon DSLR Landschaft
Landschaftsfoto mit einer altenNikon DSLR

Dazu ein günstiges Tele und ein 50mm

Ein Tele möchte ich trotzdem im Rucksack haben. Das Nikon AF-S 70-300mm f/4.5-5.6 VR ist gebraucht ab ungefähr 199 Euro erhältlich.
Nikon 70-300mm VR bei MPB ansehen

Und weil es beinahe unverschämt günstig ist, würde ich zusätzlich noch das Nikon AF 50mm f/1.8D einpacken. Das gibt es bereits ab etwa 65 Euro. Das ist jetzt nicht wirklich wichtig für Landschaftsfotografie, aber wenn man dann doch mal eben ein kleines Portrait machen will oder ein Motiv mit guter Freistellung festhalten will, ist es nicht verkehrt, so ein „Nifty Fifty“ griffbereit zu haben.
Nikon 50mm f/1.8D bei MPB ansehen

Damit lande ich ungefähr bei:

  • Nikon D750: 350 €
  • Nikon 14-24mm f/2.8: 420 €
  • Nikon 70-300mm VR: 199 €
  • Nikon 50mm f/1.8D: 65 €

Gesamt: ca. 1.034 Euro

Damit bekomme ich Vollformat und praktisch einen Brennweitenbereich von 14 bis 300 mm, ergänzt um ein kleines lichtstarkes 50mm. Für Landschaftsfotografie ist das für diesen Preis schon ziemlich beeindruckend.

2. Fujifilm X-T2: Mein kompaktes APS-C-Setup

Fujifilm X-T2 für Lamndschaftsfotografie

Wenn du keine Lust auf eine große DSLR hast, würde ich mir die Fujifilm X-T2 anschauen.

Sie ist inzwischen einige Generationen alt, liefert mit ihrem 24-Megapixel-X-Trans-Sensor aber weiterhin tolle Bilder. Gleichzeitig bekommt man hier das klassische Fujifilm-Bedienkonzept mit separaten Einstellrädern, das für mich einen großen Teil des Reizes des Systems ausmacht.

Gebraucht startet die X-T2 aktuell ungefähr bei 429 Euro.

Fujifilm XF 18-55mm f/2.8-4 als Allrounder

Als erstes Objektiv würde ich das alte XF 18-55mm f/2.8-4 R LM OIS nehmen.

Das wird häufig etwas abschätzig als Kitobjektiv bezeichnet, ist dafür aber eigentlich viel zu gut. Es deckt umgerechnet etwa 27 bis 84 mm ab und ist dabei klein, lichtstark und optisch ordentlich.

Bei MPB findet man es teilweise ab gut 200 Euro.

Ultraweitwinkel und mein Landschafts-Geheimtipp: 85mm

Dazu möchte ich unbedingt noch etwas deutlich Weiteres. Eine interessante gebrauchte Option ist das Fujifilm XF 10-24mm f/4 OIS.

Eine ebenfalls spannende Alternative zum 10-24mm wäre für mich das kleine Viltrox 9mm f/2.8 Air. Das entspricht an Fujifilm gerade einmal 13,5 mm Kleinbild und wäre vor allem interessant, wenn Gewicht eine große Rolle spielt.

Noch spannender finde ich persönlich aber die lange Seite. Ich fotografiere Landschaften sehr gerne mit 85 mm und länger. Das Viltrox 85mm f/1.8 habe ich dafür selbst gerne eingesetzt und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass sich die Brennweite hervorragend eignet, um einzelne Bereiche einer Landschaft herauszuarbeiten.

Landschaft an einer Fujifilm mit 85mm

Gebraucht taucht das Viltrox 85mm für Fujifilm bereits ab ungefähr 199 Euro auf.

Für mein Fujifilm-Setup würde ich damit auf folgende Kombination kommen:

  • Fujifilm X-T2: ca. 429 Euro
  • Fujifilm XF 18-55mm f/2.8-4: ca. 200 Euro
  • Viltrox 9mm f/2.8 Air: ca. 200 Euro
  • Viltrox 85mm f/1.8: ca. 199 Euro

Gesamt: ca. 1.028 Euro

Damit liege ich zwar knapp über der 1.000-Euro-Marke, bekomme dafür aber ein sehr vielseitiges und trotzdem kompaktes Landschafts-Setup. Das 18-55mm deckt den Großteil meiner normalen Motive ab, mit dem 9mm habe ich ein extremes Ultraweitwinkel und das 85mm ergänzt das Ganze für Details und verdichtete Landschaftsaufnahmen.

Wer wirklich strikt unter 1.000 Euro bleiben möchte, müsste entweder beim Kamerabody auf ein günstigeres Exemplar warten oder zunächst auf das 85mm verzichten und es später ergänzen.

3. Sony A7R II: Maximale Auflösung für rund 1.000 Euro

Wenn deine Priorität möglichst viele Megapixel sind, wird es interessant.

Die Sony A7R II bietet einen Vollformatsensor mit 42,4 Megapixeln und integriertem Bildstabilisator. Für eine Kamera dieser Auflösung ist der Gebrauchtpreis inzwischen erstaunlich niedrig.

Bei MPB startet die A7R II aktuell ungefähr bei 614 Euro.

Damit frisst allein der Body bereits mehr als die Hälfte des Budgets. Bei den Objektiven müssen wir deshalb etwas kreativer werden.

24mm für klassische Landschaften

Als Weitwinkel würde ich beispielsweise das kleine Samyang AF 24mm f/2.8 nehmen. 24 mm ist für mich eine der universellsten Landschaftsbrennweiten überhaupt und das Samyang ist kompakt und vergleichsweise günstig.

Gebraucht findet man es teilweise um 149 Euro.

Günstiges Standardzoom und 85mm

Wenn das Budget es zulässt, würde ich zusätzlich nach dem Sony FE 28-70mm f/3.5-5.6 OSS schauen. Das alte Kitzoom gibt es inzwischen ab ungefähr 102 Euro.

Für die längere Brennweite würde ich aktuell zum neuen TTArtisan AF 85mm f/1.8 Neo greifen. Das Vollformatobjektiv ist gerade erst auf den Markt gekommen und kostet für Sony E gerade einmal etwa 114 Euro.

Um diesen Preis zu erreichen, hat TTArtisan allerdings ziemlich konsequent gespart. Am Objektiv gibt es weder Schalter noch einen Blenden- oder Fokusring. Die Blende wird über die Kamera gesteuert und auch manuelles Fokussieren ist nicht möglich.

Gerade für Einsteiger halte ich das aber für einen durchaus vertretbaren Kompromiss. Wer ohnehin hauptsächlich mit Autofokus fotografiert, bekommt hier für sehr wenig Geld eine lichtstarke 85-mm-Festbrennweite. Für Landschaftsfotografen, die gerne manuell fokussieren oder mit Fokus-Stacking arbeiten, sollte man diese Einschränkung allerdings im Hinterkopf behalten.

85mm Landschaftsaufnahme an Sony Vollformat

Damit sähe das Paket so aus:

  • Sony A7R II: ca. 614 Euro
  • Samyang 24mm f/2.8: ca. 149 Euro
  • Sony FE 28-70mm: ca. 102 Euro
  • TTArtisan AF 85mm f/1.8 Neo: ca. 114 Euro

Gesamt: ca. 979 Euro

Damit bleibe ich sogar knapp unter der 1.000-Euro-Marke und bekomme ein Vollformat-Setup mit 42 Megapixeln, einem kleinen Weitwinkel, einem Standardzoom und einer lichtstarken 85-mm-Festbrennweite.

4. OM System OM-5: Wenn Gewicht und Wetterfestigkeit wichtig sind

Das vierte Setup geht bewusst in eine völlig andere Richtung.

Wenn ich viel wandern würde, regelmäßig bei schlechtem Wetter unterwegs wäre und meine Ausrüstung möglichst leicht halten möchte, wäre die OM System OM-5 wahrscheinlich meine Wahl.

Die Kamera ist deutlich neuer als die anderen Modelle in dieser Liste und bietet einen sehr guten Bildstabilisator, ein wettergeschütztes Gehäuse und einige Funktionen, die gerade für Landschaftsfotografie spannend sind.

Die OM-5 startet bei MPB aktuell ungefähr bei 609 Euro.

Olympus 12-40mm f/2.8 PRO

Dazu würde ich nach der ersten Version des Olympus M.Zuiko 12-40mm f/2.8 PRO suchen.

Das entspricht 24 bis 80 mm an Vollformat und bietet eine durchgehende Lichtstärke von f/2.8. Noch wichtiger für dieses Setup: Das Objektiv ist ebenfalls wettergeschützt.

Bei Calumet gibt es stark gebrauchte, aber technisch geprüfte Exemplare teilweise ab ungefähr 349 Euro.

Landschaftsfotografie mit OM System 20 Megapixel
Landschaftsfoto mit 20 Megapixel OM System Sensor

80 bis 300mm für unter 100 Euro

Das eigentlich Absurde kommt aber erst beim Tele.

Das kleine Olympus 40-150mm f/4-5.6 R entspricht an MFT einem Bildwinkel von 80 bis 300 mm an Vollformat und wiegt trotzdem kaum etwas.

Stark gebrauchte Exemplare gibt es bei Calumet aktuell teilweise schon für 77 Euro.

Damit komme ich auf:

  • OM System OM-5: 609 €
  • Olympus 12-40mm f/2.8 PRO: 349 €
  • Olympus 40-150mm f/4-5.6: 77 €

Gesamt: ca. 1.035 Euro

Für mich ist das wahrscheinlich das spannendste Setup für Wanderungen und Reisen. Umgerechnet decke ich 24 bis 300 mm ab und habe trotzdem ein System, das deutlich kleiner und leichter ist als die Vollformatkombinationen.

MFT Landschftsfoto
Landschaftsfoto mti MFT Kamera

Welches 1.000-Euro-Setup würde ich selbst kaufen?

Das hängt tatsächlich davon ab, was mir wichtig wäre.

Wenn ich einfach maximal viel Ausrüstung fürs Geld möchte, finde ich die Nikon D750 fast unschlagbar. Die Kombination aus Vollformat, 14-24mm und einem Tele bis 300 mm wäre vor einigen Jahren für dieses Geld kaum vorstellbar gewesen.

Für maximale Auflösung würde ich zur Sony A7R II greifen. 42 Megapixel Vollformat für deutlich unter 700 Euro sind gerade für Landschaftsfotografie extrem attraktiv.

Die Fujifilm X-T2 wäre meine Wahl, wenn ich ein kompakteres System mit klassischem Bediengefühl möchte. Und wenn ich viel zu Fuß unterwegs wäre und auch bei schlechtem Wetter fotografieren möchte, finde ich die OM-5 wahrscheinlich am praktischsten.

Was die vier Setups aber vor allem zeigen: 1.000 Euro reichen für ernsthafte Landschaftsfotografie vollkommen aus.

Ich würde mein Geld lieber in eine ältere gute Kamera und mehrere sinnvolle Brennweiten investieren als in einen nagelneuen Body, für den anschließend kaum noch Budget für Objektive übrig bleibt.

Und gerade bei Landschaftsfotografie altern Kameras meiner Meinung nach ziemlich langsam. Ein guter Sensor von vor fünf oder zehn Jahren macht heute nicht plötzlich schlechte Fotos.

Hinweis: Gebrauchtpreise und Verfügbarkeit ändern sich laufend. Die genannten Preise beziehen sich auf günstige verfügbare beziehungsweise zuletzt gelistete Exemplare zum Zeitpunkt der Recherche. Die Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

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