Astro-Fotografie mit dem Nikkor 200mm f4.0 Ai

Astrofotografie mit einem alten Nikkor Ai 200mm f4.0

Tut mir Leid, dass hier in letzter Zeit etwas wenig los ist. Aktuell passiert ziemlich viel Abseits vom Rechner (von der Arbeit mal abgesehen).

Ich hatte tatsächlich mal wieder einige Malerei-Aufträge, aber das ist ein Thema für ein anderes mal. Vor zwei Nächten hatten wir nämlich endlich mal wieder Sterne am Nachthimmel. Die letzten ca. 3 Wochen kam das nicht ein mal vor! Dabei hatte ich mir extra ein “neues” 200mm Objektiv besorgt.

Das 200mm f4.0 von Nikon. Vermutlich aus den 80er Jahren und komplett manuell. Aber meine Vorliebe für diese Linsen dürfte euch ja mittlerweile bekannt sein. Ganze 65,- € hat mich das bei e-bay gekostet.

Nun war es also endlich mal an der Zeit, die Astro-Qualitäten dieses alten Objektivs auszuprobieren. Angefangen hab ich mit Andromeda. Das wurde mal so gar nichts… leider. 200mm würde einen wirklich tollen Ausschnitt geben. Leider ist für f4.0 die Lichtverschmutzung hier bei Hamburg deutlich zu hoch.

100 Fotos, gestacked und mit Photoshop bearbeitet.

Man kann die Galaxy hinter dem ganzen Licht-Smok erahnen, aber da hab ich schon deutlich bessere Bilder hinbekommen. Also weiter, was haben wir noch am Nachthimmel?

Da wären noch die Plejaden. Leicht zu finden aber deren Nebel ist eigentlich auch zu schwach um gegen die Lichter einer Großstadt anzuleuchten. Mal probieren…

150 Fotos gestacked und mit Photoshop bearbeitet.

Nope, das ist ein einziges Gerausche. Immerhin sieht man, was für schöne Licht-Sterne das Objektiv erzeugt. Das könnte noch mal nützlich werden.

Tja, zwei Entäuschungen. Kein guter Einstieg für das 200mm Nikkor. Eine Hoffnung bleibt: der Orion Nebel. Sehr hell, recht groß. Das könnte was werden. Würde der nicht hinter einem Baum stehen. Also hieß es nochmal eine Stunde warten, bis er hinter den ganzen Ästen hervorgekommen ist.

Testshot:

Ja, das ist hell genug, denke ich.
Ausschnitt probieren:

Joa. Das ist auf jeden Fall hell genug. Bedenkt: Das hier ist nur eine Aufnahme. Die vorherigen Bilder von Andromeda und den Plejaden waren bereits Bilder die aus 100 – 150 Aufnahmen zusammengerechnet waren. Dadurch kann man die Belichtungszeit quasi deutlich erhöhen und bekommt somit nochmal deutlich mehr aus dem Bild heraus.

Zweiter netter Nebeneffekt: durch das übereinanderlegen von so vielen Aufnahmen verschwindet auch das Rauschen zu einem großen teil.

Also, Kamera auf Intervallaufnahme gestellt und 200 Aufnahmen gemacht.
Jeweils 1,3 Sekunden, bei Iso 5000, Blende 5.6.

Ich benutze Starry Landscape Stacker für den Mac zum stacken der Fotos. Das dauert zwar eine ganze Weile aber es muss ja auch ordentlich was berechnet werden.

In Photoshop gibt es dann den letzten Touch. Und Tada: Ich habe ein wunderbares Astro-Foto mit einem Objektiv für 65€ hinbekommen!

Ich warte nur darauf, das es am Wochenende mal eine Wolkenlücke gibt und mach mich auf nach Dithmarschen. Da gibt es kaum Lichtverschmutzung und ich kann hoffentlich die Andromeda Galaxy nochmal versuchen.

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