Welches Standardzoom ist für Fujifilm die beste Wahl? Für mich gibt es darauf keine einzelne Antwort. Das Sigma 18-50mm f2.8 gewinnt, wenn das Gepäck klein bleiben soll. Das Tamron 17-70mm f2.8 ist am vielseitigsten. Und das Sigma 17-40mm f1.8 überzeugt mich mit seiner Bildqualität, der hochwertigen Ausstattung und der Lichtstärke, die sonst eher Festbrennweiten vorbehalten ist.
Ich habe alle drei Objektive in unterschiedlichen Situationen an Fujifilm-Kameras genutzt. Der Vergleich ist deshalb kein standardisierter Labortest mit identischen Messreihen, sondern eine Einordnung aus meinen ausführlichen Praxistests und danach, was mir beim Fotografieren wichtig ist.
Mein Kurzfazit: Für leichtes Reisegepäck würde ich das Sigma 18-50mm einpacken. Wenn ein Objektiv möglichst viele Situationen abdecken soll, ist das Tamron 17-70mm meine Wahl. Wer sonst lieber mit Festbrennweiten fotografiert und auf Lichtstärke, Freistellung und Bedienung Wert legt, sollte sich das Sigma 17-40mm ansehen.
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Drei Drittanbieter-Standardzooms für Fujifilm X im Vergleich
Alle drei Objektive sind Drittanbieter-Objektive mit Fujifilm-X-Anschluss, keine Fujifilm-eigenen Objektive. Sigma und Tamron decken damit einen ähnlichen Alltagseinsatz ab, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: Das Tamron reicht am weitesten ins Tele, während das Sigma 17-40mm besonders lichtstark ist. Die Kleinbild-Äquivalente sind zur besseren Einordnung mit angegeben.
| Objektiv | Brennweite an Fujifilm X | Kleinbild-äquivalent | Lichtstärke | Gewicht | Stabilisierung im Objektiv | Besonderheit | Mein Sieger |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sigma 18-50mm f2.8 | 18-50mm | 27-75mm | f2.8 durchgehend | 285g | Nein | 55-mm-Filter, besonders kompakt | Größe und Gewicht |
| Tamron 17-70mm f2.8 | 17-70mm | 25,5-105mm | f2.8 durchgehend | 530g | Ja, VC | 67-mm-Filter, größter Zoombereich | Flexibilität |
| Sigma 17-40mm f1.8 Art | 17-40mm | 25,5-60mm | f1.8 durchgehend | 530g | Nein | 67-mm-Filter, Blendenring, wettergeschützt | Bildqualität und Ausstattung |
Die Gewichtsangaben beziehen sich auf die Fujifilm-X-Versionen. Auch die Kleinbild-Äquivalente sind Näherungswerte. Eine Stabilisierung im Objektiv ersetzt außerdem keinen Bildstabilisator im Gehäuse: Das Tamron bringt mit VC einen eigenen Stabilisator mit, die beiden Sigma-Objektive nicht. An Fujifilm-Kameras mit IBIS steht natürlich weiterhin die Stabilisierung des Kameragehäuses zur Verfügung.
Sigma 18-50mm f2.8: der Sieger für kleines Gepäck
Das Sigma 18-50mm f2.8 ist mit 285 Gramm mit Abstand das leichteste und kompakteste Objektiv in diesem Vergleich. Genau das macht es für mich so interessant. Auf einer Städtereise in den Niederlanden habe ich es an der X-T3 genutzt und gemerkt, wie angenehm es ist, statt eines großen Rucksacks nur eine kleine Tasche mitzunehmen.

Die durchgehende Blende f2.8 ist für ein so kleines Standardzoom ein großer Vorteil. Der Autofokus hat mich im Test nicht enttäuscht, und die Schärfe ist bereits bei Offenblende überzeugend. Auch Nahaufnahmen sind möglich. Bei 18mm liegt die Naheinstellgrenze laut Sigma bei nur 12,1 Zentimetern.
Der Kompromiss liegt im Brennweitenbereich. 27 bis 75 Millimeter Kleinbild-äquivalent reichen für viele Reise-, Alltags- und Porträtmotive, aber das Tamron bietet deutlich mehr Reichweite. Einen optischen Bildstabilisator hat das Sigma ebenfalls nicht. An einer Fujifilm-Kamera mit IBIS ist das weniger entscheidend, bei einem Gehäuse ohne Stabilisierung kann der Unterschied zum Tamron aber relevant sein.

Hier findest du meinen ausführlichen Test zum Sigma 18-50mm f2.8 für Fujifilm.
Tamron 17-70mm f2.8: der Sieger bei der Flexibilität
Das Tamron 17-70mm f2.8 deckt mit einem Kleinbild-äquivalenten Bereich von 25,5 bis 105 Millimetern deutlich mehr ab als die beiden Sigmas. Dazu kommt der eingebaute VC-Bildstabilisator. Wenn ich mit möglichst nur einem Objektiv unterwegs sein möchte, ist das Tamron deshalb die vielseitigste Wahl.

In meinem Test hat mir vor allem gefallen, wie unkompliziert ich zwischen Weitwinkel- und Teleperspektive wechseln konnte. 17mm eignen sich für Landschaften, Architektur und Innenräume. Bei 70mm bekomme ich mehr Spielraum für Details und Porträts. Die durchgehende Blende f2.8 bleibt dabei über den gesamten Zoombereich erhalten.
Mit 530 Gramm ist das Tamron allerdings fast doppelt so schwer wie das Sigma 18-50mm. Es ist keine besonders schwere Kombination, aber wenn jedes Gramm im Rucksack zählt, merkt man den Unterschied. Der VC hilft bei statischen Motiven aus der Hand. Bewegte Motive hält er nicht an. Wer vor allem Menschen, Kinder oder Tiere fotografiert, braucht dafür weiterhin eine ausreichend kurze Verschlusszeit.

Meinen ausführlichen Praxistest zum Tamron 17-70mm f2.8 findest du hier.
Sigma 17-40mm f1.8 Art: mein Sieger für Bildqualität und Freistellung
Das Sigma 17-40mm f1.8 Art ist für mich das spannendste Objektiv in diesem Vergleich. Die konstante Lichtstärke f1.8 macht es unter Standardzooms ungewöhnlich. Ich kann damit bei wenig Licht fotografieren und Motive deutlich stärker freistellen als mit den beiden f2.8-Zooms.

Bei meinen Aufnahmen an der dänischen Ostsee und in Aarhus war das Sigma oft genug, um Landschaften, Alltagssituationen und Porträts abzudecken. Die Bildqualität hat mich bereits bei f1.8 überzeugt. Auch die Verarbeitung und die Ausstattung passen zu meiner Art zu fotografieren: Das Fujifilm-X-Modell besitzt einen Blendenring, mehrere Bedienelemente und einen Schutz gegen Staub und Spritzwasser.
Mit 25,5 bis 60 Millimetern Kleinbild-äquivalent reicht der Bereich vom Weitwinkel bis zur Normalbrennweite. Für Landschaften, Street, Familienfotos und Porträts auf kurze bis mittlere Distanz passt das gut. Wenn ich mehr Tele brauche, stoße ich früher an Grenzen als mit dem Tamron. Außerdem wiegt es 530 Gramm und besitzt keinen optischen Bildstabilisator.
Für mich kann dieses Sigma in vielen Situationen mehrere Festbrennweiten ersetzen. Es ersetzt nicht automatisch jede Prime, aber es kommt dem Look und der Freistellung deutlich näher als ein gewöhnliches f2.8-Standardzoom. Wer normalerweise lieber mit Festbrennweiten fotografiert, dürfte hier am ehesten auf den Geschmack kommen.

Hier geht es zu meinem ausführlichen Test des Sigma 17-40mm f1.8 Art für Fujifilm.
Welches Standardzoom würde ich für Fujifilm kaufen?
- Für möglichst wenig Gewicht: das Sigma 18-50mm f2.8. Es ist die beste Wahl, wenn ich auf Reisen kompakt bleiben und trotzdem ein lichtstarkes Zoom dabeihaben möchte.
- Für den größten Spielraum: das Tamron 17-70mm f2.8. Es deckt mehr Situationen ab und bringt einen eigenen Bildstabilisator mit.
- Für Lichtstärke und den Look von Festbrennweiten: das Sigma 17-40mm f1.8 Art. Es ist mein Favorit, wenn Bildqualität, Blendenring und Freistellung wichtiger sind als maximale Tele-Reichweite.
Einen objektiven Gesamtsieger gibt es für mich nicht. Wenn ich leicht reisen möchte, nehme ich das Sigma 18-50mm. Wenn ich wirklich nur ein Objektiv für möglichst viele Situationen dabeihaben will, greife ich zum Tamron. Und wenn ich meine Festbrennweiten möglichst oft zu Hause lassen möchte, ist das Sigma 17-40mm f1.8 die spannendste Lösung.
Wenn du tiefer in die einzelnen Objektive einsteigen möchtest, findest du hier noch einmal alle drei Praxistests: Sigma 18-50mm f2.8, Tamron 17-70mm f2.8 und Sigma 17-40mm f1.8 Art.
Technische Angaben zur Fujifilm-X-Version laut Sigma und Tamron.