Wenn ich heute eine gebrauchte Fujifilm kaufen würde, kämen für mich drei ältere Modelle infrage: die X-T2, die X-H1 und die X-T3. Zwar sind alle drei inzwischen deutlich günstiger zu bekommen als aktuelle Fujifilm-Gehäuse, doch sie unterscheiden sich spürbar darin, wie sie sich anfühlen und für welche Art Fotografie ich sie nehmen würde.
Die X-T3 kenne ich als zuverlässiges Arbeitstier, mit dem ich nach wie vor sehr gerne fotografiere. Auch die X-H1 hatte ich einige Wochen im Einsatz, unter anderem bei einer Hochzeit. Mit der X-T2 habe ich ebenfalls bei bezahlten Aufträgen fotografiert. Sie hat mir viel Spaß gemacht und fühlt sich für mich typisch nach Fujifilm an.
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Fujifilm X-T2, X-H1 oder X-T3: der technische Vergleich
| Technische Daten | Fujifilm X-T2 | Fujifilm X-H1 | Fujifilm X-T3 |
|---|---|---|---|
| Sensor / Auflösung | APS-C, X-Trans CMOS III 24,3 Megapixel | APS-C, X-Trans CMOS III 24,3 Megapixel | APS-C, X-Trans CMOS 4 26,1 Megapixel |
| Video, maximal | 4K/UHD bis 30p Full HD bis 60p | 4K/UHD bis 30p Full HD bis 120p (High-Speed) | 4K/UHD bis 60p Full HD bis 120p (High-Speed) |
| Akku / CIPA-Angabe | NP-W126S ca. 340 Fotos | NP-W126S ca. 310 Fotos | NP-W126S ca. 390 Fotos |
| Bildstabilisierung im Gehäuse | Nein | Ja, 5-Achsen, bis 5,5 EV* | Nein |
| Abmessungen (B × H × T) | 132,5 × 91,8 × 49,2 mm | 139,8 × 97,3 × 85,5 mm | 132,5 × 92,8 × 58,8 mm |
| Gewicht mit Akku und Karte | ca. 507 g | ca. 673 g | ca. 539 g |
| Serienbild, höchster Wert | bis 14 B/s elektronisch 8 B/s mechanisch (11 B/s mit Batteriegriff) | bis 14 B/s elektronisch 8 B/s mechanisch (11 B/s mit Batteriegriff) | bis 30 B/s elektronisch mit 1,25×-Crop bis 20 B/s elektronisch ohne Crop 11 B/s mechanisch |
| Belichtungszeit im S/M-Modus | mechanisch 15 Min. bis 1/8.000 s elektronisch bis 1/32.000 s | mechanisch 15 Min. bis 1/8.000 s elektronisch bis 1/32.000 s | mechanisch 15 Min. bis 1/8.000 s elektronisch bis 1/32.000 s |
| Bulb | mechanisch bis 60 Min. | mechanisch bis 60 Min. | mechanisch bis 60 Min. |
| Sucher | OLED, ca. 2,36 Mio. Bildpunkte | OLED, ca. 3,69 Mio. Bildpunkte | OLED, ca. 3,69 Mio. Bildpunkte |
| Display | 3 Zoll, 3-Wege-Klappdisplay | 3 Zoll, Touchscreen, 3-Wege-Klappdisplay | 3 Zoll, Touchscreen, 3-Wege-Klappdisplay |
Herstellerangaben von Fujifilm zur X-T2, X-H1 und X-T3. Die CIPA-Akkureichweite ist ein Vergleichswert im Normalmodus und hängt in der Praxis unter anderem von Temperatur, Display- und Suchernutzung sowie Bildstabilisierung ab. Die maximale Serienbildrate der X-T3 mit 30 B/s nutzt einen 1,25-fachen Crop; die Werte sind daher nicht in jedem Aufnahmemodus direkt vergleichbar. Die X-T2 erreicht die 15-Minuten-Belichtungszeit im S/M-Modus mit aktueller Firmware.
* Fujifilm nennt bis zu 5,5 EV Stabilisierung unter definierten Testbedingungen und mit dem XF 35mm f/1.4 R.
Die X-H1 kam zwischen X-T2 und X-T3 auf den Markt. Technisch ist sie allerdings näher an der X-T2: Beide setzen auf den 24,3-Megapixel-X-Trans-CMOS-III-Sensor. Erst mit der X-T3 wechselte Fujifilm zur neueren 26,1-Megapixel-X-Trans-CMOS-4-Generation. Das erklärt einen Teil ihres Vorsprungs bei Autofokus und Video. Welche Kamera sich für dich besser anfühlt, lässt sich daraus allein jedoch noch nicht ableiten.
Fujifilm X-T2: die günstige Fuji mit klassischer Bedienung

Was mir an der X-T2 besonders gefällt, ist ihre unkomplizierte Bedienung. Sie liegt gut in der Hand, die Einstellräder machen Spaß und außerdem lässt sich das Display in drei Richtungen klappen. Gerade bei bodennahen Motiven oder Aufnahmen aus Hüfthöhe ist das praktisch. Dazu kommen viele Funktionen, die auch heute noch nützlich sind.
Mit 24,3 Megapixeln liefert sie für die meisten meiner Aufträge genügend Auflösung. Außerdem gehört die klassische Bedienung mit getrennten Einstellrädern für ISO und Belichtungszeit für mich zum Reiz der Kamera. So fühlt sie sich nach Fujifilm an, ohne dass man dafür ein aktuelles Modell kaufen muss.
Der größte Abstand zu den beiden anderen Modellen zeigt sich allerdings bei der Ausstattung: Die X-T2 hat keinen integrierten Bildstabilisator. Bei stabilisierten Objektiven fällt das weniger ins Gewicht. Mit unstabilisierten Festbrennweiten oder adaptiertem manuellen Glas fehlt dir dagegen die zusätzliche Reserve aus dem Gehäuse. Außerdem sind Autofokus und Video gegenüber der X-T3 älter.
Wenn der Preis eine große Rolle spielt und du vor allem fotografierst, würde ich die X-T2 ernsthaft in Betracht ziehen. Schließlich bietet sie viel von dem, was ich an Fujifilm mag. Im direkten Vergleich ist die X-T3 allerdings ein bisschen schneller, hat den besseren Autofokus und hält mit einer Akkuladung länger durch. Gerade bei langen Aufträgen ist mir diese zusätzliche Reserve wichtig.
Fujifilm X-H1: der ungewöhnliche Mix aus großem Griff und Fuji-Einstellrädern

Die X-H1 fand ich schon damals spannend, weil sie sich äußerlich eher an einer DSLR orientiert: größerer Griff, mehr Volumen und ein Statusdisplay auf der Oberseite. Gleichzeitig fühlt sie sich nicht wie eine typische Kamera mit Moduswahlrad an. Fujifilm hat nämlich die separaten Einstellräder für ISO und Belichtungszeit beibehalten. Genau diese Mischung ist im X-System bis heute ungewöhnlich.
Der entscheidende Vorteil ist der integrierte 5-Achsen-Bildstabilisator. Bei statischen Motiven, wenig Licht oder manuellen Objektiven kann IBIS wirklich helfen. Bei bewegten Motiven sieht es jedoch anders aus: Er ersetzt keine kurze Belichtungszeit und friert deshalb auch keine Bewegung ein.
Ich war beim ersten Einschalten des Stabilisators beeindruckt, wie ruhig das Sucherbild wurde. Im Alltag passte die Kamera trotzdem nicht so gut zu mir wie die X-T3: Der Griff war für meine Hände sehr groß, das Gehäuse spürbar schwerer und bei der Akkulaufzeit hatte ich weniger Reserven. Bei schnellen Bewegungen fand ich außerdem den Autofokus der X-T3 verlässlicher. Das sind natürlich meine persönlichen Eindrücke und keine allgemeingültigen Mängel. Wenn du einen kräftigen Griff bevorzugst und viel mit unstabilisierten Objektiven fotografierst, kann dir die X-H1 gerade deshalb besser liegen.
Die X-H1 ist damit nicht einfach eine „bessere X-T2“. Vielmehr ist sie die Spezialistin in diesem Vergleich: stabilisiert, griffig und für lange Einsätze mit größeren Objektiven angenehm zu halten. Ob dir das Gehäuse liegt, solltest du vor dem Kauf trotzdem selbst ausprobieren.
Mehr zur Kamera: Mein ausführlicher Erfahrungsbericht zur Fujifilm X-H1

Fujifilm X-T3: mein Arbeitstier und die ausgewogenste Wahl

Die X-T3 ist meine Empfehlung, wenn du eine schnelle, vielseitige Kamera suchst, die für sehr viele Aufgaben funktioniert. Sie hat 26,1 Megapixel, einen neueren Sensor und einen spürbar moderneren Autofokus als X-T2 und X-H1. Außerdem kommen zwei SD-Kartenslots und starke Videofunktionen dazu. Für Reportage, Hochzeiten, Tiere, Alltag und Video ist sie deshalb von den drei Modellen die rundeste Wahl.
Was ihr allerdings fehlt, ist IBIS. Mit einem stabilisierten Objektiv lässt sich das ausgleichen; bei unstabilisierten Objektiven musst du Belichtungszeit und ISO selbst im Blick behalten. Für mich ist das im Alltag ein fairer Kompromiss. Trotzdem bleibt die X-T3 ein zuverlässiges Arbeitstier und eine Kamera, mit der ich sehr gerne fotografiere.
Mehr zur Kamera: Mein ausführlicher Erfahrungsbericht zur Fujifilm X-T3 mit persönlichen Eindrücken und Beispielbildern.

Welche gebrauchte Fujifilm würde ich kaufen?
- Ich würde die X-T2 nehmen, wenn der Preis zählt, du hauptsächlich fotografierst und eine klassische Fuji-Bedienung möchtest. Sie ist die einfache, günstige Wahl.
- Ich würde die X-H1 nehmen, wenn IBIS und der große Griff für dich echte Vorteile sind. Für unstabilisierte Objektive und ruhige Motive ist sie besonders interessant. Vorher unbedingt in die Hand nehmen.
- Ich würde die X-T3 nehmen, wenn du eine verlässliche Kamera für sehr unterschiedliche Aufgaben suchst. Der neuere Autofokus, die höhere Auflösung und das stärkere Videopaket machen sie für mich zum besten Allrounder.
Mein persönlicher Sieger bleibt die X-T3. Die X-H1 würde ich aber nicht vorschnell abschreiben: Wer mit ihrer Ergonomie zurechtkommt und IBIS möchte, bekommt ein eigenständiges Gehäuse mit klassischer Fuji-Bedienung. Und wenn du möglichst günstig ins System einsteigen willst, bekommst du auch mit der X-T2 noch immer viel Kamera fürs Geld.
Gebrauchtkauf-Tipp: Prüfe bei allen drei Modellen den Zustand des Displays und der Einstellräder, die Funktion aller Tasten, den Sensor auf sichtbare Schäden sowie den Zustand der Akkus. Gerade bei älteren Gehäusen ist ein guter Gesamtzustand oft wichtiger als ein minimal niedrigerer Preis.
Wenn du noch mehr Ideen für ein günstiges Fuji-System suchst, findest du übrigens in meinem Beitrag Landschaftsfotografie für 1.000 Euro: vier Kamera-Setups auch meine Einordnung der X-T2.