TTartisan 17mm f1.4 Test

TTartisan 17mm f1.4 für Fujifilm – Erfahrungsbericht

Nach dem wirklich tollen TTartisan 50mm f1.2 und dem kleinen aber feinen TTartisan 35mm f1.4 durfte das dritte Objektiv im Bunde einfach nicht mehr fehlen. Und so habe ich mit dem TTartisan 17mm f1.4 die heilige Dreifaltigkeit komplett gemacht. Doch kann dieses Weitwinkelobjektiv mit seinen beiden Schwestern mithalten? Immerhin war es mit knapp 120,- € für mich das teuerste aus der Linie. Und schon mal als kleiner Spoiler: Nach den ersten Fotos war ich etwas enttäuscht. Doch erstmal zur:

TTartisan Objektive

Verarbeitung

Optisch ähnelt dieses Objektiv sehr dem 35mm f1.4 von TTartisan. Es ist allerdings ein bisschen länger und besitzt ein minimal größeres Filtergewinde. 39mm beim 35er gegen 40.5mm beim 17er. Das ist etwas schade. Hätte man sich hier auf eine Größe festgelegt, dann hätte man die gleichen Filter für beide Kameras benutzen können.

Forntlinse TTartisan 17mm f1.4

Das Objektiv ist, wie die anderen beiden auch, komplett aus Metall gefertigt. Auch hier haben wir den Blendenring wieder ganz vorne am Objektiv, was mir mittlerweile ganz gut gefällt. Und wie beim 35mm ist auch hier quasi der komplette Tubus auch der Ring zum Schärfe einstellen.

Die ungewöhnliche Form macht sich immer noch gut an einer Fuji Kamera aus der X-T Serie. Das Einzige, was mir bisher ein bisschen negativ aufgefallen ist, ist der Blendenring. Dieser ist bei meinem Exemplar sehr schwergängig und die Klicks sind kaum zu bemerken. Evtl. ändert sich das noch, denn ich habe das Gefühl, dass er mit der Zeit etwas leichtgängiger wird.

Bildqualität

Das erste Mal hatte ich das Objektiv bei einem Ausflug nach Travemünde dabei. Hier wollte ich die tolle Nordermole in Ihrer ganzen Pracht einfangen und natürlich auch gleich die Offenblende testen. Doch bereits beim Zoom auf dem Kamera-Display war ich etwas ernüchtert. Da war wirklich gar nichts scharf. Hier das besagte Foto und ein Ausschnitt aus der Bildmitte.

Nicht ganz scharfes Foto Travemünde
Unscharfe Bildmitte TTartisan 17mm

Die sehr unscharfen Ränder erkennt man auch schon auf dem großen Bild. Bei Offenblende ist dieses Objektiv scheinbar nicht wirklich zu gebrauchen. Etwas enttäuscht habe ich dann doch mein Viltrox 13mm f1.4 rausgeholt und damit weiter geschossen. Da ich nicht mehr viel Zeit zum Experimentieren an diesem Morgen hatte. So ein Sonnenaufgang geht dann doch schneller als man denkt.

Ich habe das Objektiv dann bei mir zu Hause nochmal mit auf eine kleine Tour durch die Nachbarschaft genommen um den ganzen auf den Grund zu gehen. Und tatsächlich waren die Ergebnisse an diesem Morgen deutlich besser.

Morgenstimmung bei 17mm
Fluss im Morgennebel mit TTartisan 17mm f1.4

Hier auch noch mal ein Ausschnitt aus dem letzten Foto. Ich arbeite dieses Mal nicht mit Offenblende, sondern habe auf ca. f2.8 abgeblendet. Das tut der Schärfe auf jeden Fall sehr gut.

100% Ausschnitt mit guter Schärfe

Da war ich auf jeden Fall erstmal erleichtert. Schade, dass wir bei f1.4 so ein verwaschenes Bild haben, aber ich will auch nicht ausschließen, dass ich morgens an der Mole evtl. einfach den Fokus ein bisschen versemmelt habe.

Im Waldkindergarten habe ich dann noch einen alten Bekannten getroffen und an ihm mal die Naheinstellgrenze und das Bokeh unter die Lupe genommen. Im Vergleich dazu auch ein Foto mit dem Viltrox 13mm f1.4. Das ist natürlich deutlich schärfer und hat auch einen Autofokus, dafür ist es auch deutlich größer und auch 3-4 mal so teuer.

Fazit zum TTartisan 17mm f1.4

Ich bin ehrlicherweise nicht ganz so überzeugt von dem Objektiv wie von den anderen beiden TTArtisans, die ich bereits besitze. Die Offenblende ist eher nicht nutzbar, da zu soft und 17 mm sind auch nicht so weitwinklig, dass es besonders hervorsticht. Zudem ist es zum Normalpreis von 139,- € auch teurer als das 50er und das 35er, die beide bessere Abbildungsleistung liefern. Etwas schade, da das Objektiv, sofern man kein anderes Weitwinkel besitzt, eine tolle Ergänzung zu dem restlichen TTartisan Lineup ist.

Ich werde es trotzdem erstmal behalten. Zum einen weil es beim richtigen Umgang trotzdem tolle Bilder macht und deutlich kleiner ist, als mein Weitwinkel Viltrox. Zum Anderen, weil ich die drei manuellen TTartisans als Kombi einfach hübsch finde und mir damit in Zukunft ein paar nette Challenges auf meinem Youtube Kanal vorstellen kann.

Wer sich ein eigenes Bild von dem Objektiv machen möchte, der kann es hier bestellen:

TTartisan 17mm f1.4 zum Filmen

Hier seht ihr mein Video zu diesem Objektiv. Mit einem überraschenden Fazit.

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2 Kommentare
  1. Hallo, ja viel Arbeit so ein Vergleich!
    Um so mehr wundert ein solcher Birne mit Apfel?
    Das TTartisan ist ein um 24mm Kleinbild Weitwinkel!
    Das Viltrox 13mm ist ein um 20mm Kleinbild Ultraweitwinkel!
    Das sind Welten!
    Jetzt mal unter uns Foto-Nonnen; Landschaft bei f1.4 und nicht mal einen
    Eye-Catcher um Vordergrund! Und dabei bemängelt man die Randunschärfe!
    (Die ganz bestimmt auch beim F1.4 Viltrox vorhanden ist; aber nicht Erwähnung findet)
    Auf solche Systematisch im Ansatz falschen Tests kann man verzichten!
    Auch ein Zeiss Biotar , dessen Grundkonstuktion inne wohnt wird offen Blende
    nicht bis in die Ecken Schärfe zeigen.
    Auch ein sehr sehr gutes Zeiss Distagon 21 f2.8 fehlt immer noch die vergleichbare Lichtstärke,
    vom Preis ganz zu schweigen!
    In sofern wäre eine ehrlichere Einordnung schon angebracht!
    Das 17mm/25mm(KB) ist meist der größt mögliche Bildwinkel der noch einfach gehandhabt relativ einfach Gerade Linien erzeugt! Größere Bildwinkel sind da meist schwierig zu handhaben!
    Daher ist das Line Up 17mm / 35mm / 50mm schon eine sehr gutes Trio, was von Landschaft über Street bis zum Portrait sehr viel Freiheitsgrade der Gestaltung (wegen der höhen öffung) bietet!
    Für den Erfolg sollte jedes mit einer passenden Streulichtblende benutzt werden!
    Bei seitlichen Streulicht wirkt es bei jedem Objektiv (nicht nur den TTartisan) Wunder!
    (Gegenlichtblende ist allenfalls der Objektivdeckel ! Leider verhindert er Sonnenauf oder Untergänge)
    Mit freundlichen Grüssen
    fritze

    1. Hi Fritze,
      danke für dein Feedback und die Einwände zu meiner Vorgehensweise. Ich ziehe hier aber tatsächlich nur nebenbei ein paar mal das Viltrox zum Vergleich heran.
      Der Artikel beschäftigt sich im wesentlichen eigentlich nur mit dem 17mm von TTartisan.
      Dass ich morgens an der Mole dann bei Blende 1.4 gearbeitet habe, lag eher am fehlenden Licht. Sicher hätte ich lieber das Stativ benutzen sollen und dann einfach ein bisschen abblenden. Da kann das Objektiv dann nämlich auch überzeugen, was ich später auch in meinem Bericht erwähne.
      Habe das Objektiv auch immer noch bei mir und habe noch ein paar tolle Aufnahmen damit machen können.

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