Samyang 135mm f2 für Fujifilm X-Mount

Samyang 135m f2 für Fujifilm – Erfahrungsbericht

Nachdem ich auf Fujifilm umgestiegen bin habe ich mich auch von meinem geliebten 135mm f3.5 Nikkor getrennt, da ich keine Lust auf Adapter hatte. Ich habe die Brennweite seit dem wirklich vermisst und habe mich daher nach einer Alternative umgesehen. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass es eigentlich nur eine Festbrennweite in diesem Bereich gibt und das ist das Samyang 135mm f2.

Mal wieder ein rein manuelles Objektiv ohne Autofokus aber das stört mich ja nicht wirklich. Zumal ich es eh am meisten für meine Astrofotografie nutzen wollte. Zumindest dachte ich das am Anfang noch.

Verarbeitung

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Objektiv ist ein Monster!
Schaut euch nur mal an, wie riesig es im Vergleich zu meiner manuellen 35mm Festbrennweite ist. Die sieht aus wie eine Miniatur daneben. Alleine die Frontlinse ist größer als das ganze Objektiv.

Samyang 135mm f2 Größe
Samyang 135mm f2 für Fujifilm X

Aber das ist nun mal der Preis, den man für solch eine Offenblende bezahlen muss, bei einer Brennweite von 135mm. Ich hätte gerne mal meine altes f3.5 Nikkor in dieser Brennweite daneben gestellt. Selbst das dürfte nur halb so groß gewesen sein.

Mit der Größe kommt natürlich auch einiges an Gewicht. Mit 800 Gramm ist es daher auch gut 270 Gramm schwerer als meine Fujifilm X-T3. Am besten ausbalanciert ist es daher, wenn man auch den Batteriegriff an der Kamera hat.

Der Großteil des Gehäuses besteht aus Hartplastik. Dieses wirkt aber sehr hochwertig und Robust. Durch eine feine Struktur ist es zum Teil wirklich schwer, es als solches zu erkennen. Das einzige, was nicht so hochwertig wirkt ist der Blendenring. Dieser ist aus glattem Plastik und klingt beim drehen tatsächlich sehr billig. Im Gegensatz zum Fokusring. Dieser ist gummiert und läuft sehr straff. Das mag ich ja lieber, als wenn die zu leichtgängig sind.

Die Blende besteht aus 9 Elementen, die leider nicht abgerundet sind. Dennoch bekommt man auch leicht abgeblendet ein recht rundes Bokeh. Mein Vorgänger hatte hier nur 5 Blenden-Elemente, das hat sich dann doch sehr schnell bemerkbar gemacht.

Samyang Blende f2 135mm

Alles in Allem macht das Objektiv einen hochwertigen Eindruck und ich habe das Gefühl, dass es sehr sehr lange durchhalten wird.

Bildqualität

Ich habe mir vor dem Kauf schon einige Berichte durchgelesen und Videos angeschaut. Besonders für Astrofotografen wird dieses Objektiv empfohlen, da es eine wirklich erstklassige Schärfe haben soll. Und tatsächlich ist das nicht übertrieben.

Schon bei Offenblende ist die Schärfe dieses Objektivs wirklich Klasse. Mein erstes Testfoto war eine Tomate in meinem Gewächshaus und ich war mehr als erstaunt über die Details, die ich damit abbilden konnte.

Beispiel Detailaufnahme
100 prozent crop samyang 135mm f2
100% Prozent Ausschnitt vom oberen Foto bei Offenblende von f2

Hier zeigte sich auch eine zweite Stärke (zumindest für mich) und das ist die Naheinstellgrenze. Ich komme tatsächlich sehr nah an meine Motive heran und kann tolle Detailaufnahmen machen.

Und natürlich habe ich das Samyang dann bei der ersten Gelegenheit auch für Astrophotographie getestet, wo es wirklich super abliefert.

Andromeda Galaxy Astrofotografie Samyang 135mm

Aber tatsächlich habe ich das Objektiv jetzt doch am meisten für Landschaft- und Naturfotografie im Einsatz. Ja, der Kontrast könnte höher sein bei Offenblende, aber dafür gibt es schließlich Bildbearbeitungssoftware. Und ich persönlich mag es, wenn die Farben und Kontraste nicht all zu stark sind. Meine Fujifilm ist standardmäßig auf -2 bei den Tiefen eingestellt, was diese nicht komplett schwarz werden lässt.

Landschaftsaufnahme mit Samyang 135mm

Bei Natur- und Detailaufnahmen kommt die weiter Oben beschriebene Schärfe sehr gut zur Geltung. Das Bokeh wird dank der Brennweite sehr weich und gefällt mir ausgesprochen gut. Durch die Kombination aus Brennweite und Blende lassen sich sogar Bilder realisieren, die sowohl unscharfen Vordergrund als auch Hintergrund haben. Das funktioniert, da der Schärfebereich auch auf einige Meter Entfernung extrem klein bleibt. Hier macht sich dann aber auch der fehlende Autofokus bemerkbar, da man schon genau Aufpassen muss, um sein Motiv bei f2 auch wirklich Scharf gestellt zu haben. Die Sucher-Lupe ist der beste Freund in diesen Situationen.

Schärfebereich von Samyang 135mm f2 bei Offenblende

Fazit zum Samyang 135mm f2

Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen bei diesem Objektiv. Mir gefallen die Bilder wirklich sehr, die ich damit schieße. Die Bildqualität ist einfach absolute Oberklasse. Aber es ist auch echt teuer, knapp 650,- € bei Samyang. Und in dieser Preisklasse auf einen Autofokus zu verzichten tut in manchen Situationen schon ein bisschen weh.

Teilweise ist es mir dann auch nicht genug Tele, da ich bereits das 85mm von Viltrox besitze. Für Tierfotografie reicht es z.B. nur wenn ich die fertigen Fotos nochmal ein bisschen Beschneide oder wenn die Tiere relativ zutraulich sind. Evtl. wäre es an einer der neuen X-T5 oder X-H2 besser aufgehoben, da ich hier mit 40MP deutlich mehr Möglichkeiten des zurechtschneidens habe.

Solange das Geld nicht knapp wird oder keine größere Anschaffung ansteht, werde ich es auf jeden Fall noch behalten. Zumal nun auch endlich die Saison für tolle Astroaufnahmen gekommen ist. Das habe ich bisher viel zu sehr vernachlässigt.

Beispielbilder mit dem Samyang 135mm f2

Nahaufnahme Blume mit Samyang 135mm f2
Taubedeckte, verwelkende Rose. Hier ist die Naheinstellgrenze des Objektivs erreicht.
Tierfotografie mit Samyang 135mm f2
Eichhörnchen an einem Baum
Leuchtturm Westerheversand bei 135mm
Leuchtturm von Westerheversand. Für Solche Aufnahmen muss man schon recht weit Weg vom Motiv sein.
Naturaufnahme mit 135mm
Auch schöne Landschafts- oder Naturaufnahmen gehen bei 135mm.
Super Schärfe des Samyang 135mm f2
Wirklich sehr tolle Detailwiedergabe.
Tieraufnahme mit Samyang 135mm f2
Tieraufnahme, wenn die Tiere zahm und Neugierig sind 😉
Einen Hintergrund gibt es quasi nicht mehr. Butterweich verschwommenes Bokeh.
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3 Kommentare
  1. Hallo, Viltrox 1.2 670g ein super Festbrennweite, für meine Art zu reisen viel zu schwer.
    Ich bin mit der X-E4 und sehr gerne mit ,,nur einer“ Festbrennweite unterwegs.
    Grüssle Jens.

  2. Hallo, ich bin auch von Nikon zu Fujifilm gewechselt.
    Ich habe sehr gute Erfahrungen mit den Samyang 75mm F1.8 X 275 g / HP Teil 2.
    Schöne Grüße aus dem Schwarzwald Jens.

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