Nikon Lens Series E 100mm f2.8

Nikon 100mm f2.8 – Lens Series E – Erfahrungsbericht

Ich mache es kurz: Das ist ein tolles Objektiv, das man wirklich günstig bekommt. Vielen Dank fürs Lesen!

Na gut, vielleicht holen wir doch etwas weiter aus. Dieses Objektiv ist schon über 50 Jahre alt. Also nicht unbedingt meine Version, aber das Design und die Bauart wurden zwischen 1976 und 1977 entworfen. Es hat gerade mal 4 Linsen und ist damit wirklich simpel. Es gehört zur Lens Series E von Nikon. Das war damals eine Reihe von manuellen Objektiven, die nicht sehr teuer waren. Um diese Zeit hat Nikon ebenfalls einige sehr günstige Kamera-Bodys auf den Markt gebracht, um die Fotografie der breiten Masse zugänglicher zu machen. Allerdings hatte Nikon auch einen Ruf zu verlieren als Marke für Profis und ging daher auf Nummer sicher, dass die Qualität trotz des geringen Preises gegeben ist. Man hat daher eher beim Material gespart und auf günstigen Kunststoff zurückgegriffen, um dann mehr Geld für die Qualität der Gläser auszugeben. Das macht sich auch heute noch bezahlt und das Nikon 100mm f2.8 zu einem echten Kracher.

Nikon Lens Series E Ansicht

Verarbeitung

Wie schon gesagt, ist das Objektiv fast komplett aus Kunststoff, bis auf den Bajonettanschluss, glücklicherweise. Durch die geringe Anzahl an Linsen ist es auch sehr klein und relativ leicht. Es wiegt gerade mal etwas über 215 Gramm. Wie klein das tatsächlich ist, sieht man hier im direkten Vergleich zu einem modernen 30mm f1.4 von Sigma.

Größenvergleich 100mm f2.8 Nikon

Es hat nicht mal eine Gummierung am Fokus-Ring. Dieser ist einfach nur aus texturiertem Kunststoff. Das fühlt sich alles nicht besonders hochwertig an, aber es funktioniert und das ist bei diesen E-Series Linsen einfach das Hauptaugenmerk. Günstige, kleine Objektive, die gute Performance abliefern.

Kleines Teleobjektiv

Bildqualität

Ich muss ehrlich sagen, dass ich von diesem Objektiv überrascht wurde. Ich habe vorher viel darüber gelesen, wie toll diese alten Series E Objektive sein sollen. Und ich habe bereits das 75 – 150mm f3.5 und das 135mm f2.8 aus der Serie getestet und war von denen begeistert. Doch die schienen auch besser verarbeitet zu sein. Als dieses Objektiv ankam, wirkte es einfach winzig und billig. Doch an der D3 hat es mich dann einfach direkt umgehauen.

Bildqualität Nikon 100mm f2.8
Nebel Morgen Nikon

Richtig ausgiebig habe ich es das erste Mal an einem vernebeltem Morgen ausprobiert, mit wunderschöner Lichtstimmung. Hier hätte wahrscheinlich jedes Objektiv gute Fotos ausgespuckt, aber hier stimmte einfach alles. Die Schärfe, die Farben, Freistellung: Alles in auf einem Niveau, das nicht nur fürs Hobby, sondern auch für Agenturen passt.

Reh Sonnenaufgang 100mm

Kein Licht ohne Schatten und so haben wir natürlich auch hier ein zwei kleinere Probleme. Doch dieses Mal sind es nicht die CAs, die unschön auffallen, sondern Flares. Fotografiert man gegen das Licht, kann es zu unschönen Flares kommen. Diese kann man bei manchen Objektiven noch ganz gut gestalterisch einsetzen, aber dieses gehört leider nicht dazu. Farbe und Form sind dafür einfach nicht prägnant genug.

Unschöne Flares Nikon 100mm f2.8

Fazit zum Nikon 100mm f2.8 – Lens Series E

Nur weil dieses Objektiv sehr oft unter 100 € zu haben ist und von der Konstruktion her schon über 50 Jahre alt, sollte einen das nicht davon abhalten, es mal auszuprobieren. Klar, es hat keinen Autofokus, aber die Bildqualität stimmt auch an modernen Sensoren noch. An der D3 macht es eine wirklich tolle Figur und auch an meiner 26MP Fujifilm X-T3 kann ich nicht meckern.

Ich würde sogar ganz allgemein sagen: Wer auf der Suche nach günstigen aber guten Objektiven für das Nikon F-System ist, der sollte sich die Lens Series E mal genauer anschauen. Alles ab dem 50mm ist wirklich brauchbar.

Mit etwas Glück findet ihr einige der Objektive mal in der Secondhand Abteilung von Calumet: Bei Calumet stöbern (hier klicken)

Tolles Bokeh Lens Series E 100mm
Reh am Morgen im Wald
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